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Microsoft plant Windows-TV zur Geldbeschaffung

Erstellt von Redaktion am Freitag 12. Mai 2006

Digitaler Werbemarkt soll Online-Dienste finanzieren

Der Softwaregigant Microsoft hat auf der Suche nach neuen Geldquellen nun den Fernsehmarkt ins Visier genommen und plant laut Microsoft-Manager Chris Dobson ein eigenes Programmangebot. Details wurden noch nicht verlautbart. Dobson bezweifelte aber in einem Interview mit dem Magazin Werben & Verkaufen, dass für den Softwarekonzern die Übernahme einer großen TV-Gruppe wie ProSiebenSat.1 in Frage komme. Der Microsoft-Österreich-Sprecher Thomas Lutz erklärte, dass Windows-TV als Plattform zu verstehen sei, die für den Content verschiedener Partner offen stehe.

Finanzierung von Online-Diensten
Windows TV soll neue Geldquellen erschließen, um die unentgeltlichen Online-Dienste Office Live, Windows Live und Xbox Live zu finanzieren. Mit der etwas irreführenden Bezeichnung Office Live ist keine Browser-Version der Office-Produkte gemeint, sondern eine Webhosting-Plattform, die es Kleinunternehmen ermöglichen soll ihre Webpräsenz zu gestalten. Unter Windows Live versteht man ein Online-Portal, das ähnliche Dienste wie MSN und Hotmail mit einigen Erweiterungen anbietet und Xbox Live ist eine Online-Spieleplattform.

Terrain zurückerobern
Da der digitale Werbemarkt ein “beachtliches Potenzial” entwickle, wie Dobson meint, könne Microsoft nicht wie bisher auf Abos und Bezahlmodelle setzen. Derzeit werden weltweit neue Vermarktungs- einheiten für Online-Werbung aufgebaut, um an die Konkurrenten Google und Yahoo verlorenes Terrain zurückzuerobern. Diese haben großen Erfolg bei der Vermarktung von bezahlten Werbe-Links, so genannten “Sponsored Links”. Der Softwarekonzern sieht sich aber im Vorteil, da er eine größere Produktpalette zur Werbevermarktung zur Verfügung habe.

Keine Kooperation mit T-Online
Mit dem Medium Fernsehen macht Microsoft in Deutschland derzeit eher schlechte Erfahrungen. Die IPTV-Plattform des Konzerns wird von den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF heftig kritisiert. Diese beklagen das Fehlen wichtiger Standards und schließen deshalb eine Kooperation mit T-Online aus, die ein TV-Angebot basierend auf der Microsoft-Lösung starten wollen. Andere Medien, wie BBC oder British Telecoms, arbeiten bereits ohne Probleme mit der Microsoft TV IPTV Edition, wie Lutz betont.

[Quelle: Pressetext]

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