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[Update] Fuball-Bundesliga: Weiter Streit bei DFL und Telekom um IPTV

Erstellt von Redaktion am Samstag 29. April 2006

Der Streit zwischen der Deutschen Fußball Liga (DFL) und der Deutschen Telekom um die Nutzung der Internet-Rechte geht weiter.

Nach einem Krisengipfel, der bis in den Donnerstagabend hinein dauerte, gab es erneut keine Einigung. Strittig ist weiter, auf welchen technischen Wegen die Telekom ihre im Dezember erworbenen Rechte nutzen und inwiefern der Pay-TV-Sender Premiere daran beteiligt werden darf. Die DFL hat zwischenzeitlich sogar damit gedroht, dass die Telekom ihre Rechte wieder verlieren könnte (SAT+KABEL berichtete).

Nach dem seit Wochen schwelenden Streit trafen sich erstmals führende Vertreter beider Seiten, darunter Christian Seifert und Wolfgang Holzhäuser von der DFL sowie für das Telekommunikations- Unternehmen Walter Raizner und Burkhard Graßmann. Die Telekom möchte offenbar ihre für rund 50 Millionen jährlich erworbenen Rechte auch über andere Wege als die herkömmlichen Internet-Verbindungen nutzen, etwa über Satellit. Mit einer Art technischen Umleitung wäre es möglich, dass die Telekom die bisherigen Kunden des Pay-TV-Senders Premiere mit Fußball-Berichten versorgt. Der Abonnent würde nicht merken, dass das Signal in einem Zwischenschritt im so genannten IP- TV-Standard gesendet worden ist.

Die DFL will das verhindern, da ansonsten Konkurrenz für ihren neuen Hauptgeldgeber Arena entstehen würde. Arena hatte sich im Dezember 2005 für die kommenden drei Spielzeiten das Paket mit den Live-Rechten für jährlich rund 220 Millionen Euro gesichert, während der bisherigen Pay-TV-Partner Premiere leer ausgegangen ist.

“Wir befinden uns in sehr konstruktiven und vertrauensvollen Gesprächen”, sagte am Freitag DFL-Kommunikationsdirektor Tom Bender. “Beide Seiten haben Stillschweigen vereinbart.” Auch ein Telekom-Sprecher wollte keine Details der Gespräche nennen.

Unstrittig ist, dass die Telekom ihre Bilder von Premiere produzieren lassen dürfte. Das Telekommunikationsunternehmen kann die Live-Berichte dann über ihr eigenes Breitband-Netz zum Kunden leiten. Bis 2007 sollen rund elf Millionen Haushalte in Deutschland an das neue Hochgeschwindigkeitsnetz VDSL angeschlossen sein. Dieses Netz ist durch Übertragungsraten von bis zu 50 MBit/s in der Lage, Live-Fernsehbilder in hoher Qualität zu übertragen. Da die Telekom die Bilder nicht selber produzieren will und zudem keine Rundfunklizenz besitzt, braucht sie einen Partner für die Produktion wie eben Premiere.

Die DFL hatte zuletzt mehrfach betont, dass es keinen zweiten Anbieter im Bezahlfernsehen geben dürfe. “Nein, die Sachlage ist eindeutig. Arena besitzt die Live-Rechte für das Free- sowie das Pay- TV”, sagte der Vorstandsvorsitzende Christian Seifert. Liga-Präsident Werner Hackmann hatte in der “Bild” sogar gedroht: “Im Extremfall könnte die Telekom die Internetrechte wieder verlieren.”

Nach Informationen des “Spiegel” sollen die Telekom-Vertreter Raizner und Graßmann zuvor an die DFL geschrieben haben: “Wir können diese öffentliche Beschränkung der von uns erworbenen Rechte nicht hinnehmen.” Die Telekom wirft der Liga in dem Schreiben weiter vor, eine “Pressekampagne” lanciert zu haben: “Wir sind über dieses Vorgehen des Ligaverbands und der DFL empört.” Gleichzeitig gab es Andeutungen, dass das Vergabeverfahren nicht rechtmäßig gewesen sei (SAT+KABEL berichtete).

[Quelle: Sat+Kabel]

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