IPTV auf Realität abgekühlt
Erstellt von Redaktion am Mittwoch 19. April 2006
Trotz des Hypes um IPTV wird es in Deutschland nicht so schnell zu Sache gehen. Einen großen Vorteil haben die IPTV-Anbieter aber gegenüber traditionellen Pay-TV-Anbietern: die Interaktivität.
Die Anbieter von IPTV in Westeuropa werden es auch in Zukunft nicht leicht haben, meinen die Experten von Gartner und begründen das mit der bestehenden Infrastruktur. Denn die vorhandenen Angebote der Pay-TV-Anbieter und der terrestrischen Free-to-Air-Provider sind qualitativ nicht unattraktiv. So müssten die IPTV-Carrier erst einmal mit niedrigpreisigen Services und Bundles genügend Abonnenten gewinnen. Entsprechend langsam soll der Umsatz aus diesen Diensten steigen. Gartner prognostiziert einen Anstieg von 336 Millionen Euro in 2006 auf drei Milliarden Euro in 2010. Im Jahr 2006 soll die jährliche Wachstumsrate für IPTV noch bei 98 Prozent liegen, zum Ende der Dekade dann nur noch bei 22 Prozent.
In Deutschland sind traditionell die Pay-TV-Abnehmer spärlicher gesät, auch aufgrund der vielen Free-TV-Kanäle. Gartner schätzt die Zahl der Pay-TV-Haushalte heute auf insgesamt zehn Prozent. Trotzdem dürfe man nicht vergessen, dass die Zahl der Abonnenten nach fast fünfzehn Jahren immer noch sehr niedrig sei und in der Hauptsache durch das Verlangen nach Fußballübertragungen angetrieben werde. Gartner schätzt zudem, dass sich in diesem Jahr nur 47.000 Haushalte für IPTV entscheiden werden, bis 2010 soll diese Zahl auf 2,8 Millionen ansteigen. Der Vorteil der IPTV-Anbieter in Deutschland liege aber im Gegensatz zu den Pay-TV-Anbietern in der Interaktivität. So könne man beispielsweise über Sportwetten zusätzliche Umsätze bei Fußballübertragungen generieren.
[Quelle: Ecin.de]